Die Tochter des Henkers

 

 

Titel: Die Tochter des Henkers

Autor: Beatrix Mannel

Verlag: Fischer

Genre: Historischer Jugendroman

Seiten: 374

Erscheinungsjahr: 2011


Franziska ist die Tochter des Henkers und singt für ihr Leben gerne. Doch das darf sie nur heimlich tun, da es Unehrlichen, wie sie eine ist, nicht gestattet wird. Sie fristet sie ihr Leben als Ausgestossene der Gesellschaft mit ihrer Familie auf einem Hof mitten im Wald. Besonders ihre Tante Feva, welche nach dem Tod von Franzis Mutter, deren Rolle einnahm, und ihr Stiefbruder Heinrich machen ihr das Leben so schwer wie möglich. Ihr Bruder Karl und die seltenen Gelegenheiten heimlich zu singen sind die einzigen Lichtblick in Franzis Leben, die immer wieder mit ihrem Schicksal hadert und sich damit nicht abfinden will.

Ihr Schicksal beginnt sich zu ändern, als sie einmal von Richard von Zinzendorf, einem Sohne besseren Hauses, bei ihren heimlichen Gesängen belauscht wird. Während der junge Herr sofort eine Art Gefallen für Franzi entwickelt, versucht diese den Abstand und die Manieren, welche ihr Geschlecht und ihr Stand ihr abverlangen, an den Tag zu legen. Dies gelingt ihr auch eine Weile, bis ein unerwartetes Geschehen es nötig macht, ein heimliches Treffen mit Richard zu verabreden. Doch kaum ist das Treffen beendet, so wird Richard auf einmal verhaftet und als Mörder in den Schandturm gesperrt, wo er auf einen Urteilsspruch wartet. Franzi ist verzweifelt, denn alles sieht so aus als würde man einen Unschuldigen hinrichten, doch ihr Treffen darf sie unmöglich zugeben. Schließlich improvisiert sie mit ihrem Bruder Karl ein "Wunder" und befreit Richard heimlich aus dem Schandturm. Doch auf einmal steht alles gegen sie und bezichtigt sie eine Hexe zu sein. Sie flieht. Doch als ihr Bruder Heinrich sie einholt, kommt es zu einem entsetzlichen Handgemenge. Heinrich stürzt und fällt unglücklich. Er ist tot. Franzi ist entsetzt. Nun ist sie auch noch eine Mörderin. Sie flieht weiter. Ob sie den Verfolgern und ihrem sicheren Tod noch entkommen kann?


Das Buch ist super geschrieben und kann ohne Probleme, obwohl es ein Jugendbuch ist, auch jeden Erwachsenen in seinen Bann ziehen. Man kann sich sehr gut einfühlen in die Figuren und eine Fülle von Details und Adjektiven erschaffen ein sehr genaues Bild der Schauplätze vor dem inneren Auge des Lesers. Das Ende des Romans ist so abgeschlossen, dass die Geschichte alleine auskommt, allerdings auch offen genug, um auf eine Fortsetzung hoffen zu dürfen.

Gestört haben mich lediglich 2 Kleinigkeiten. Zum einen hat die Protagonistin stellenweise einfach ein bisschen zu viel Glück auf einmal und zum anderen, wird am Ende zwar von allen möglichen Leuten gesagt, wie es für sie weitergeht, allerdings wird Karl ausgespart, der nicht nur am Anfang eine tragende Rolle spielt, sondern auch bis zum Schluss in den Gedanken der Protagonistin präsent bleibt. Alles in allem bekommt das Buch von mir


3,5 von 5 Punkten.

2.1.14 17:52

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